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Jahresreise 2010: Versailles und Île de France (25. – 28. Mai 2010)

Reiseziele:

  • das Weltkulturerbe Schloss und Park Versailles,
  • das Museum der berühmten Porzellanmanufaktur in Sèvres,
  • das Gartenparadies und Wohnhaus des Impressionisten Claude Monet und
  • Schloss Chantilly, einer der schönsten Landsitze der Île de France.

 

25. Mai – Ankunft in Versailles und Privatführung „les petits appartements de la reine“

Pünktlich um 7.00 Uhr in der Frühe startete der Reisebus der Firma Adorf mit französisch sprechendem Fahrer und 26 erwartungsvollen Teilnehmern unseres Freundeskreises vom Busbahnhof Benrath. Nach zügiger Fahrt, vorbei an Lüttich, Namur, Cambrai und St. Denis, erreichten wir gegen Mittag den „Périphérique“, den Autobahnring von Paris. Von weitem grüßten Eiffelturm und „Sacré Coeur“. Gegen 15.00 Uhr trafen wir im Hotel „Le Versailles“ ein, nur wenige Schritte vom reich verzierten Gittertor zum Schloss entfernt.

Bereits um 16.00 Uhr begann eine von der Leitung des „Établissement public du musée et du domaine national de Versailles“ für uns arrangierte Sonderführung durch die normalerweise nicht zugänglichen „petits appartements de la reine“, die ehemaligen Wohnräume der Königin Marie Antoinette aus dem Hause Habsburg und Gemahlin von Ludwig XVI.. Die Übersetzung der umfangreichen und engagiert vorgetragenen Informationen des „Chef de Protocole“ von Schloss Versailles übernahm unser Beiratsmitglied Prof. Hardo Bruhns.

Unerwarteter Höhepunkt dieser Sonderführung war der Besuch von Theater, Schlosskapelle und Spiegelsaal nach Ende der offiziellen Öffnungszeit. Damit konnten wir abseits von Stimmengewirr und Andrang der normalen Besuchermengen (in der Hochsaison besichtigen täglich über 40.000 Besucher das Schloss) im Dämmerlicht des Theaters in die höfische Atmosphäre der Vergangenheit eintauchen und einen menschenleeren Spiegelsaal im Abendlicht bewundern. Im halbrunden Chorraum der Schlosskapelle entdeckten wir den gleichen Stern im Marmorfußboden, wie er im Kuppelsaal von Schloss Benrath zu finden ist - Nicolas de Pigage hat sich vielleicht hier inspirieren lassen!

 

26. Mai – Versailles: Schloss, Park und die Trianons

So beeindruckend bereits die Führung am ersten Abend war, gab es doch noch etliche andere aus kunsthistorischer oder funktioneller Sicht wichtige Säle des insgesamt ca. zweitausend Räume umfassenden Schlosses und darüber hinaus den Park mit seinen vielen Wasserspielen und Barockskulpturen zu besichtigen. Die damals einzigartigen Wasserspiele stellten die Ingenieure Ludwigs XIV. vor außerordentliche technische Herausforderungen. Eine Kunsthistorikerin des Teams in Versailles informierte uns fach- und sachkundig über die historische und kunsthistorische Entwicklung von Schloss und Park, stellte die maßgeblichen Architekten und Künstler vor und charakterisierte anekdotenreich die jeweiligen Bewohner von Versailles und deren höfisches Leben.

Großes Interesse fanden die beiden im Nordwesten des Parks gelegenen Lustschlösser „Grand Trianon“ (1687) und “Petit Trianon“ (1762). Das Grand Trianon wurde von Ludwig XIV. an Stelle des Dorfes Trianon gebaut. Er nutzte es mit Madame de Maintenon als private Rückzugsräume abseits der starren Etikette des Hofes im Schloss Versailles. Das „Petit Trianon“, von Ludwig XV. eigentlich für Madame de Pompadour errichtet, wurde vor allem von Marie Antoinette, der Gemahlin Ludwigs XVI., ausgestaltet und genutzt, die dort mit ihren Vertrauten das „einfache Leben“ in ländlicher Idylle nachempfand und –spielte. Ein künstliches Dörfchen, das „Hameau“, diente dabei als Kulisse.

Insbesondere beim „Petit Trianon“ mit seiner z.T. noch originalen Ausstattung bieten sich Vergleiche zu Schloss Benrath an, dem Lust- und Jagdschloss des Kurfürsten Carl Theodor, der Zeitgenosse von Ludwig XV. und Ludwig XVI. war.

Schloss und Park Versailles sind die imposante Schöpfung des Sonnenkönigs, Ludwig XIV., die mit unerhörtem finanziellen, materiellen und personellen Aufwand 1661 begonnen, 1682 als Regierungssitz bezogen wurde. Versailles, Inbegriff der Repräsentanz des absolutistischen Herrschaftsstils, wurde zum Vorbild für Könige und Fürsten in ganz Europa. Schlösser und Gärten wurden im französischen Stil errichtet oder umgestaltet. Der Kunst, Kultur und höfischen Etikette Versailles wurde nachgeeifert.

 

27. Mai – Porzellanmanufaktur Sèvres, Claude Monet in Giverny

Der dritte Tag unserer Jahresreise begann mit der Besichtigung des Museums der berühmten, vormals königlichen Porzellanmanufaktur in Sèvres. Gefördert durch die Maîtresse Ludwigs XV., Madame de Pompadour, erlangte die damals in Frankreich führende Manufacture de Vincennes neben Meissen eine hervorragende Rolle im europäischen Raum. Sie wurde von Ludwig XV. 1756 in das nahe Versailles gelegene Sèvres verlegt, dort 1760 von ihm erworben und damit zur königlichen Manufaktur, die auch nach der französischen Revolution in staatlichem Besitz blieb. Noch heute werden hier kostbare Porzellane für staatliche und private Auftraggeber hergestellt.

Wir erlebten eine hervorragende Führung durch eine der bedeutendsten Sammlungen von Porzellanen, Fayencen und Steingut aus der ganzen Welt. Der Schwerpunkt unseres Interesses lag natürlich auf Sèvres-Porzellanen des 18. Jahrhunderts, von denen eine Reihe beeindruckender Exponate besichtigt werden konnte.

Am Nachmittag führte unsere Reise entlang der Seine in das Gartenparadies des Malers Claude Monet mit seinem berühmten Seerosenteich und der türkisfarbenen Brücke, umrankt von blühenden Glyzinien, Polyantha-Rosen und Kletterpflanzen. Fünf Gärtner sind in diesem wundervollen Garten ständig im Einsatz, um das Erbe Monets zu pflegen. Das Wohnhaus von Monet und seiner Familie - original möbliert inmitten eines Meeres von Blumen, blühenden Pflanzen und Gewässern: ein Traum!

28. Mai – Schloss Chantilly

Der letzte Reisetag bot vor der Heimfahrt noch eine weitere großartige Besichtigung: Schloss und Park von Chantilly. Entstanden aus einer mittelalterlichen Wasserburg haben mehrere Adelsgeschlechter dieses wunderschön gelegene Schloss und seinen Park gestalten lassen, insbesondere nach der Familie de Montmorency die Prinzen von Condé, die im 17. und 18. Jahrhundert mit Hilfe namhafter Architekten wie Jules Hardouin-Mansart und André Le Nôtre. Mit Ausnahme des „petit château und dem beeindruckenden Marstall, die den Zerstörungen der Revolutionszeit entgangen sind, ist das heutige „Märchenschloss“ (das sogenannte "Château Neuf") eine Schöpfung des Architekten Honoré Daumet im Auftrag des Herzog von Aumale (Sohn des Bürgerkönigs Louis-Philippe) aus den Jahren 1875 bis 1885.

Nach einer Führung durch die berühmte Gemäldesammlung des Herzogs von Aumale und die prachtvoll ausgestatteten Prunkräume, bereichert mit vielen Anekdoten über den bedeutenden Schlossherrn „Grand Condé“ (Louis II de Bourbon-Condé, 1621-1686), wanderten wir durch den in seinem Auftrag von Le Nôtre angelegten Park zum Hameau von Schloss Chantilly, das Marie Antoinette als Vorbild für ihr Hameau im Garten des „Petit Trianon“ in Versailles diente.

Bei herrlichem Sonnenschein stärkten wir uns in der alten Meierei des künstlichen Dörfchens für die Rückreise und probierten natürlich auch die berühmte Crème Chantilly. Nach einem letzten Gruppenfoto im Hameau traten wir die Heimreise an und wohlbehalten, hochbefriedigt und erfüllt mit Dank an unsere stv. Vorstandsvorsitzende, Frau Klahold, für ihre exzellente Organisation dieser intensiven und beeindruckenden Reise erreichten wir Benrath gegen 21.30 Uhr.

Reinhard Krekler

 

Rheinlandtaler für Inge Lackinger

 

Feierstunde im Düsseldorfer Rathaus

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Frankenthaler Porzellan, Kostbarkeiten in Schloss Benrath!

Das „weiße Gold“ unseres Kurfürsten Carl Theodors konnten die Mitglieder des Freundeskreises Schloss und Park Benrath am 2. März im Porzellankabinett des Lapidariums von Schloss Benrath bewundern. Eingeladen hatte die Vorsitzende der Stiftung von Schloss und Park Benrath, Frau Gabriele Uerscheln. Es war ein Dankeschön an den Freundeskreis für die finanzielle Unerstützung des neuen Bildbandes „Höfische Kostbarkeiten aus der Frankenthaler Porzellan-Manufaktur in der Sammlung von Schloss Benrath“. Unsere Beirätin, Frau Inge Lackinger, ist darin mit einem eigenen Beitrag über den Erwerb von Frankenthaler Porzellan für Schloss Benrath vertreten. Mit insgesamt 15 Figuren oder Figurengruppen hat der Freundeskreis bisher die bestehende Sammlung ergänzt. Dabei soll es aber nicht bleiben, denn die Sammlung von Schloss Benrath zählt zu den drei wichtigsten in Deutschland! Der Vorsitzende des Freundeskreises, Graf von Bassewitz, bedankte sich daher für die begeistert und schwungvoll vorgetragene Führung mit einer weiteren Figur aus Frankenthal. Sie stellt ein Mädchen mit einem Kasten unter dem Arm aus der frühen Zeit der Manufaktur um 1765 dar und wird Karl Gottlieb Lück zugeschrieben.

 

Adelheid Klahold

                              
 

Neu: Dokumentation der Porzellansammlung von Schloss Benrath

Buch-Frankenthaler Porzellan

Pünktlich zum Neujahrsempfang 2010 der Freunde Schloss und Park Benrath ist die bereits mit Interesse erwartete Publikation der Stiftung Schloss und Park Benrath "Höfische Kostbarkeiten aus der Frankenthaler Porzellan-Manufaktur in der Sammlung von Schloss Benrath" erschienen. Auf 157 Seiten dokumentiert sie die Benrather Sammlung, die im "Porzellankabinett" des Schlosses zu besichtigen ist. 

Frühere Dokumentationen erschienen 1977 und 1984.  Seither ist die Benrather Sammlung auf ein beachtliches Maß  angewachsen. Auch dank ihrer herausragenden Qualität macht sie Schloss Benrath zu einem "Muß" für Kenner und Liebhaber Frankenthaler Porzellans.

Manches schöne Stück der Sammlung ist ein Geschenk der Freunde Schloss und Park Benrath an die Stiftung. Als jüngste Gabe überreichte nun der Vorsitzende des "Freunde"-Vorstandes, Graf Bassewitz, eine zierliche Tabulettkrämerin, gestaltet um 1762-1770 von dem aus Meißen nach Frankenthal gekommenen Johann Friedrich Lück (1727-1797), an Frau Uerscheln zu Händen der Stiftung.

Die langfristige Förderung der Sammlung ist ein besonderes Anliegen der "Freunde". Es ist zu hoffen, dass sie weiter dazu beitragen können, dass die heute schon beeindruckende Kollektion weiter wächst, wenngleich das Auffinden bedeutender Stücke immer schwieriger wird: die Frankenthaler Porzellanmanufaktur, die sich zu ihrer Zeit rasch einen herausragenden Ruf erworben hatte, hat nur über den knappen Zeitraum von 38 Jahren (1762 - 1800)  unter der Regie des Pfälzer Hofes produziert, dann ging sie in der Nymphenburger Manufaktur auf.

Die neue Dokumentation wird mit ihrem ausgiebig bebilderten Katalog und dank der Textbeiträge von Gabriele Uerscheln, Michael Overdick und unserem Beiratsmitglied Inge Lackinger sowie der von Nadja Putzert mit großer Sorgfalt besorgten redaktionellen Gestaltung auf lange Zeit das Maß der Dinge bleiben.  Mit ihr als Begleiter wird der Besuch der Porzellansammlung in Schloss Benrath ein besonderer, weil kenntnisreicher Genuss.  Die Freunde Schloss und Park Benrath haben die Herausgabe des vorzüglich geratenen Bandes tatkräftig unterstützt. /hb